Urgetreide - alte Sorten neu entdeckt!

Als Urgetreide bezeichnet man alte Getreidesorten, die oft in Vergessenheit geraten sind. Sie wurden vor 10.000 Jahren bereits in Asien angebaut und breiteten sich nach Europa aus. Nach und nach, wurden sie jedoch von ertragreicheren Sorten – vor allem Weizen, aber auch Roggen – abgelöst. Langsam, aber sicher kehrt das sogenannte Urkorn, eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit, auf unsere Teller zurück.

Der gesundheitliche Mehrwert von Urgetreide gegenüber dem, heute in der Küche dominierenden, Weizen ist umstritten. Denn grundsätzlich sind sich beide Getreide was die Nährstoffe angeht sehr ähnlich. Der Anteil an Kohlehydraten ist nahezu gleich, der Energiegehalt bei Urgetreiden ist durch die Bank höher – jedoch nur um 5-10%.

Tatsächlich bestechen Urgetreide jedoch durch ihren vergleichsweisen hohen Eiweißgehalt (allen voran das Einkorn), der sie für Veganer und Vegetarier besonders interessant macht. Auch was enthaltene Mineralstoffe und Spurenelemente angeht, sind die alten Sorten dem herkömmlichen Weizen überlegen: Dinkel punktet mit seinem extrem hohen Eisengehalt, Emmer mit viel Vitamin D und Kamut mit hohen Kaliumwerten.

In einer Studie im Jahr 2015 wurde außerdem entdeckt, dass Emmer, Einkorn und Dinkel viel Lutein besitzen. Dieses Carotinoid, welches auch für die gelbliche Färbung des Einkorns (es enthält 10 Mal so viel Lutein wie Weizen) verantwortlich ist, fungiert als hochwirksames Antioxidans für die Netzhaut und als UV- und Blaulichtfilter. Altersbedingtes Erblinden beispielsweise, kann durch die Einnahme von Lutein verhindert werden.

Leider haben Urgetreide vor allem im Anbau und in der Verarbeitung einige Nachteile – nicht umsonst wurden sie durch die heute herkömmlichen Getreide Weizen und Roggen verdrängt. Sie reifen langsamer, bringen eine geringere Ernte und sind weniger standfest, da sie an langen Halmen reifen, die bei Wind leicht umknicken. Außerdem besitzen sie einen Spelz – eine feste Schutzhülle um jedes Korn - der die Verarbeitung aufwendig und damit teurer macht. Mit Ausnahme von Dinkel, sind auch die Backeigenschaften der Urgetreide schlechter als die des Weizens, wodurch sie meist auch nur in spezialisierten Bäckereien zu finden sind.

Nichtsdestotrotz, finden wir auch hier einige Vorteile, die absolut für Urgetreide sprechen. Allen voran steht der Spelz. Dieser schützt das Korn nämlich vor externen Einflüssen wie Pestiziden, saurem Regen und UV-Strahlung Die Körner enthalten weniger Schadstoffe und sind somit leichter verdaulich.

Moderne Weizen-Monokulturen sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge und brauchen große Mengen an Pestiziden und Dünger, da sie den Boden auslaugen. Nicht so das robuste und widerstandsfähige Urgetreide, das durch seinen Spelz einen natürlichen Schutz gegen Schädlinge, Krankheiten und Witterung hat. Außerdem zeichnet es sich durch einen geringen Nährstoffbedarf aus und kann auf trockenen und mageren Böden angebaut werden. Optimal für den biologischen Anbau.

Der über die Jahrtausende wenig veränderte Genpool alter Getreidesorten, wird laut einer Studie in der Zukunft eine große Rolle spielen. In dieser Studie, wurden gebräuchliche Weizensorten einem Klima mit einem höheren CO2-Anteil in der Atmosphäre ausgesetzt – in etwa so, wie es in Zentraleuropa für 2050 vorausgesagt wird. Im Ergebnis verlor der Weizen wichtige Inhaltsstoffe wie Calcium, Eisen, Magnesium, Zink und Aminosäuren und wies schlechtere Backeigenschaften auf. Es ist also vorauszusehen, dass wir von den Eigenschaften der alten Urgetreidesorten in Zukunft profitieren werden.

Wer Wert darauf legt verantwortungsvoll mit sich selbst und der Umwelt umzugehen, sollte Urkorn in seinem Alltag unbedingt in Betracht ziehen.


Heimatlust Favoriten:


Die Einkorn Produkte von Kornelia Urkorn in Niederösterreich

Bio Einkornreis aus der November '20 Box

Bio Blütenmüsli aus der April '21 Box


Du willst Produkte nachkaufen? Schau doch in unserem Schmankerlshop vorbei!






Beitrag aus der Heimatlust Abobox April '21